Mieten eines Fahrzeugs

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Frage zum Reiseziel und zur eigenen Erfahrung mit diesen etwas behäbigeren Fahrzeugen.
Die tollen Reisezeit-Durchschnitte, die man manchmal so hört, gehören angesichts der Verkehrsdichte schon bei PKW ins Reich der Fabel, beim WoMo erst recht.
Der stereotype Ratschlag der Vermieter, auf den ersten Anmiettag keine oder keine langen Strecken zu legen, hat eine reale Grundlage.
Nicht nur die Übergabe und die Fahrt zum Wohnort dauert rel. lange,sondern die eigene Inspektion des Fahrzeugs und der Ausstattung.
Das sinngemäß gleiche gilt für den letzten Tag.

Die halben Anmiet- und Rückgabetage werden i.d.R. als ein Tag berechnet, trotzdem ist es selten ein insgesamt voller Tag und insoweit auch nur bedingt "reisetauglich".

Zur Anmietung:

Ersttätern fällt kein Zacken aus der Krone, wenn man auch mal etwas fragt.
Nach der 63sten Frage sieht der Mitarbeiter der Vermietfirma u.U. zwar etwas mitleidig aus, aber immer noch freundlicher, als wenn man ihn aus Marokko anruft und nach der grünen Versicherungskarte fragt ;-)

Das Fahrzeug sollte schadenfrei sein. Das ist nach einigen Monaten Gebrauch in der Vermietung bisweilen nicht mehr der Fall. Diese Schäden sollten protokolliert werden (Dach und Innenraum nicht vergessen).

Zum Thema Versicherung:

Selbstfahrer-Vermiet-Tarife sind trotz z.T. bei großen Flotten gewährten Rabatts deutlich teurer als die Tarife für die Eigennutzer, zudem unterscheiden sich die Bedingungen.
Nichtbeachtung der Durchfahrtshöhe (nicht nur Brücken, sondern auch überstehende Balkone oder Äste können nachhaltige Eindrücke in Dach und Alkoven hinterlassen) wird bei Vermietfahrzeugen häufig als versichertes Risiko ausgeschlossen.

Das Reiseziel sollte ggf. auf die Abdeckung durch die Versicherung überprüft werden (sowohl Haftpflicht als auch Fahrzeugversicherung).

Der Selbstbehalt liegt je nach Anbieter und ggf. auch Fahrzeug zwischen 500 und 1000 Euro und läßt sich manchmal durch Zahlung einer (hohen) zusätzlichen Versicherung reduzieren.
Es bleibt ein Rechenexempel ...

Zur Ausstattung:

Vor 10 Jahren habe ich es noch erlebt, daß die Vermieter eine Liste mit dem Inventar hatten und es wurden Löffel gezählt.
Der Unfug scheint vorbei zu sein, mit Rücksicht auf die z.T. erbärmliche Qualität der genannten Löffel sowie der Preise ist das nur fair.
Eine Kabeltrommel sollte man allerdings nicht locker auf dem Campingplatz vergessen.

Es ist eine Überlegung wert, die besagten Löffel (sowie artverwandtes Geschirr) komplett gegen eine eigene Garnitur zu tauschen (nur für die Reise natürlich) und dabei auch so manches andere zu ergänzen (Siebe, Trichter, Schneebesen, Streichhölzer, Weingläser (sofern man für den Riesling nicht den Zahnputzbecher bevorzugt), ...

Das Notwendigste ist meistens an Bord, obwohl außerhalb der Hauptsaison bisweilen Chemie für die Fäkalientanks und zur Wasseraufbereitung (Chlor und/oder Silberionen) fehlt.
Trotzdem habe ich mich einmal darauf verlassen und durfte dann in England erstmal ein Kabel kaufen, weil kein CEE-Adapter an Bord war.

Kabeltrommel, CEE / Schuko-Adapter, je nach Mobil Abwasserschläuche, Frischwasserschlauch und Bordwerkzeug sollte an sich drin sein. Das Werkzeug ist eher Alibi, hat man eigenes, schadet's nicht, wenn man es mitnimmt (Radkreuz z.B.).
Ein Abschleppseil ist auch nicht immer dabei, hier hilft das Teil aus dem privaten PKW allerdings wenig (ein 4-Tonnen-Seil kostet aber auch nur 20 DM).
Wer hierbei jetzt an den GAU am Autobahnrand denkt und auf den Schutzbrief des Vermieters oder seine Mitgliedschaft in einem Automobilclub verweist, der wird sich daran erinnern, wenn die nicht kommen, weil der Camper im Schlamm auf einer Campingplatzwiese steckt und der Platzwart nur einem Tampen zur Verfügung hat, der für Binnenschiffe taugen würde, nur nicht für die fipsige Abschleppöse am Fiat Ducato

2 x 11kg Gas sind Standard, nicht immer sind aber beide Flaschen gefüllt. Im Sommer fällt die Heizung als Verbraucher meistens aus, man kann mit 11kg also in warmen Regionen einige Wochen über die Runden kommen.
In Norwegen sieht das vielleicht etwas anders aus und dort stellt sich dann auch das Problem, daß die deutschen Flaschen dort weder getauscht noch befüllt werden (sollen; das war auch schon mal anders, zu allerdings saftigen Preisen).

Camping-Führer sind meistens auch dabei, Stühle und Tische aber nicht und auch Fahrradträger nicht immer.

Soll die Reise länger dauern, wäre vielleicht ein Besuch beim Camping-Händler eine Idee, denn ich habe in einem Mietmobil nie Keile für's Leveln gefunden, dafür aber manche Nacht schief im Bett liegend verbracht.
Die Dinger kosten 30-40 DM, es fällt also nicht so sehr ins Budget und ist etwas zuverlässiger als eine abenteuerliche Konstruktion aus Brettern, die man auch erst zusammen suchen müßte.

Der bereits genannte Frischwasserschlauch ist Standard, Anschlußsystem Gardena auch, jedenfalls auf vielen Campingplätzen.
Den Wert einer Gießkanne erfährt man dann, wenn dem ausnahmsweise nicht so ist, denn die Füllung selbst kleiner Tanks zieht sich ein wenig in die Länge, wenn man dieses mit dem Meßbecher aus der Küche praktizieren will ;-)

Man könnte diese Story jetzt noch so fortführen, aber dann kommt Ihr nie los :-)))

Was darf dieser Spaß kosten?

Das hängt in erster Linie von Deiner Erwartungshaltung sowie der Reisezeit ab.
Es ist ziemlich klar, das ein kleineres Wohnmobil günstiger wird als solche 8m Schlitten, Ausnahmen stellen z.T. teure Kastenwagenausbauten dar, soweit diese denn angeboten werden.

Zum Preis sollte das Fahrzeug und auch die Lage des Vermieters sowie seine Flexibilität hinsichtlich der Übergabezeiten überprüft werden.

Ich halte die Devise "Im Zweifel eine Nummer größer", abgesehen von Reisezielen mit Linksverkehr, bei dem mir Kastenwagen aufgrund der Übersichtlichkeit lieber sind.
Diese Nummer größer muß indes wieder bezahlt werden, bringt aber neben Stauraum manchmal auch den kleinen Vorteil, den Tisch nicht zwingend immer zum Bett umbauen zu müssen.

Einen Anhaltspunkt für die Tarife eines überregionalen Anbieters, der nicht eben mit Dumpingpreisen auffällt, kann Europcar sein (Reisemobile unter www.drm.de ).
Je nach Reisezeit, -ziel und -dauer ist ggf. zu bedenken, daß zu den Tagespreisen eine z.T. reichlich hohe Pauschale sowie bei kürzeren Mietzeiten noch Aufschläge für Mehr-km zu rechnen sind.

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