Basisfahrzeuge - einige Infos

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Welche Basisfahrzeuge eignen sich für einen Kastenwagenausbau?

Das kommt in erster Linie auf den Platzbedarf an. Angefangen beim Peugeot Partner / Citroen Berlingo bis zum Mercedes Vario lassen sich campingtaugliche Grundrisse realisieren.
Am meisten verbreitet ist jedoch der frontgetriebene VW T4.
Neben seiner handlichen Größe bei guter Raumausnutzung besticht er durch ausgezeichnetes Fahrverhalten, gute Sitzposition, attraktives Motorenangebot und Zuverlässigkeit.
Angeboten wird in zwei Längen (4,76m und 5,11 m).
Nachteilig wirkt sich aus, dass selbst bei der längeren Version der Einbau eines Sanitärraumes nur schwer zu realisieren ist.
Durch den sich nach oben verjüngenden Aufbau ist außerdem die geringe Bettenbreite im Hoch- oder Aufstelldach allenfalls für 2 Kinder geeignet.

Der wahlweise heck- oder frontgetriebene Ford Transit bietet im oberen Stock deutlich mehr Breite.
Er wird nunmehr in 3 Radständen angeboten. Leider ist das Angebot Ausbauelementen (Sitze, Hochächer) durch den Modellwechsel im Jahr 2000 noch nicht sehr groß.

Einen Hauch zu klein geraten für einen Campingausbau scheint der dem VW T4 sonst recht ähnliche Mercedes Vito zu sein.
Das gilt in vermehrtem Maße auch für den Fiat Scudo.
Hingegen bietet der frontgetriebene Fiat Ducato (baugleich bis auf einzelne Motoren: Citroen Jumper und Peugeot Boxer) mit 3 Längen (4,65m, 5,00m und 5,50m) große Flexibilität.
Auch das Motorenangebot und die verschiedenen Gewichtsklassen (bis 3,5t) kombiniert mit einem attraktiven Preis lassen den Fiat Ducato als geeignetes Ausbaufahrzeug erscheinen.
Am meisten verbreitet ist das Modell mit mitlerem Aufbau.

Ein ähnliches Bild zeichnet der Renault Master (nahezu baugleich: Opel Movano), zumal auch der nur leicht modifizierte 2,8l-Turbodiesel von Fiat übernommen wurde.
Alle 3 Längen sind jedoch etwa 25cm länger als der vergleichbare Fiat.

Der mittlere Radstand (5,58m Außenläge) wird auch meistens beim Mercedes Sprinter verwendet.
Bei einem Innenraum von 3,3m hinter dem Fahrerhaus läßt sich auch ein komfortabler Sanitärraum einbauen.
Hoche Zuverlässigkeit sowie ein sparsamer und kräftiger Turbodieselmotor stehen auf der Habensseite des für größere Ausbauten beliebten Fahrzeugs.
Nahezu baugleich ist der VW LT, in den jedoch bei den Dieselfahrzeugen VW-Motoren eingebaut werden.
Für größere Ausbauten bietet sich noch der Iveco Daily an (mittlerer Radstand: 6m Außenlänge), der 1999 in Neuauflage auf den Markt gekommen ist.

Fast völlig verschwunden sind Fahrzeuge japanischer Herkunft.

Welche Basisfahrzeuge werden für Aufbauten verwendet?

Klarer Marktführer ist der Fiat Ducato, der zusammen mit den Citroen- und Peugeotvarianten auf etwa 70% Marktanteil kommt.
3 Radstände, Windlauf (ohne Fahrerhaus für integrierte Wohnmobile), verschiedene Gewichtsklassen (2,8t - 3,5t GG), Auflastungsmöglichkeiten (bis 3,85t GG).
Angebote von Spezialchassisbauern (z.B. Doppelhinterachse von Alko bis 4,5t GG) lassen den Aufbauern die vielfältigsten Möglichkeiten.

Für Käufer von Einsteigermobilen und der Mittelklasse gibt es auch nur wenige Angebote mit anderem Basisifahrzeug.

In der selben Klasse spielt der Ford Transit. Doch trotz einiger wichtiger positiver Eigenschaften (Heckantrieb, hohe Zuverlässigkeit), konnte er sich nie richtig gegen den Fiat Ducato durchsetzen.

Als weitere Alternative bei den kleineren mit mittelgroßen Mobilen bleibt noch der VW T4.
Jedoch scheint das vergeichsweise schmale Fahrzeug mit den wuchtigen Aufbauten nicht so recht zu harmonieren. Limitierte Zuladung (max. 3,3t GG) und zu kurze Radstände ließen das sonst exzellente Fahrzeug nur bei wenigen Ausbauern (z.B. Karmann) als erste Wahl erscheinen.

Extrem wenig Angebote gibt es für den Renault Master (Opel Movano).

In der nächsthöheren Klasse spielt Mercedes die erste Geige. Der Mercedes Sprinter und der fast baugleiche VW LT werden fallweise in der 3,5t-Version, vermehrt aber in den höheren Gewichtsklasse mit 4,6t verwendet.
Das ursprünglich als zu "weich" angesehene Fahrwerk wurde inzwischen verbessert, nach einem Facelift steht künftig auch für den Mercedes der stärkste Motor der Klasse zur Verfügung (2,7l CDI mit 156 PS).

Während deutsche Aufbauer eher auf den Mercedes setzen, wird in Italien mehr auf den Iveco Daily gebaut. Der bietet bei denBasisfahrzeugen mit moderaten Preisen auch die hohe Zuladungen (5,9t GG).

Frontantrieb oder Heckantrieb: was ist besser?

Während bei den Pkw die Frage in der Kleinwagen- und Mittelklasse im Laufe der Zeit bereits beantwortet wurde, werden bei Transportern beide Antriebsarten verwendet.
Die Tendenz geht jedoch auch hier in die Richtung, für kleinere Transporter Fronantrieb und für größere Transporter Heckantrieb zu verwenden.

Am augenscheinlichsten ist dies beim im Jahr 2000 erschienenen neuen Ford Transit, der in den kleineren Varianten mit Frontantrieb, in den größeren Varianten mit Heckantrieb erhältlich ist.
Frontangetriebene Fahrzeuge können insbesondere durch das Fehlen der Kardanwelle mit einigen Vorteilen aufwarten:

  • niedrigerer Einstieg
  • größere Innenhöhe bei gleicher Außenhöhe
  • doppelter Boden bei Aufbauten leichter verwirklichbar
  • niedrigerer Schwerpunkt
  • geringeres Gewicht
  • besserer Geradeauslauf
  • größere Flexibilität bei Spezialchassis (Radstandverlängerung, Spurverbreiterung, Tiefrahmen)

Diese zum Teil geringfügigen Vorteile müssen jedoch mit einem großem Nachteil erkauft werden. Aufgrund des vielfach wesentlichen höheren Gewichts auf der Hinterachse ist die Traktion der frontgetriebenen Fahrzeuge schlechter.

Dieser Effekt wirkt sich umso stärker aus, je größer und schwerer das Fahrzeug ist (die möglichen Achslasten nehmen auf der Hinterachse stärker zu) und je steiler eine zu befahrende Straße ist (das Fahrzeug drückt stärker auf die Hinterachse).
Problematisch wird dieses Verhalten nur auf rutschigem Untergrund wie Schnee, nasser Wiese und steilen Schotterstraßen.

Welchen Motor soll ich für mein Wohnmobil wählen?

Das hängt natürlich von den eigenen Bedürfnissen ab. Allerdings hat sich bei den Wohnmobilen ein Motortyp weitgehend durchgesetzt:

Der direkteinspritzenden Turbodiesel, je nach Hersteller mit der Bezeichnung TDI, diTD, CDI, DI Turbo usw. versehen.

Wenn man berücksichtigt, dass diese Motoren trotz höherer Leistung meist noch einen geringeren Verbrauch als ihre saugenden Dieselmotoren mit Vorkammereinspritzung haben und der zu erwartende Wiederverkaufswert auch höher sein wird, ist der höhere Anschaffungspreis auch als ökonomisch sinnvolle Investition vertretbar.

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