Auflaufbremse - Einstellung und Fehlerbehebung

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Auflaufbremse - Einstellung und Fehlerbehebung


Bremseneinstellung

Achtung: Wenn Du in Sachen Bremseneinstellung Laie bist, schraube nicht einfach dran herum. Hole Dir sachkundige Hilfe dazu. Da ich in der Vergangenheit immer mal wieder von in "Fachbetrieben" schlecht eingestellten Anhängerbremsen gelesen habe, stelle ich die Anleitungen hier ein, damit ihr den "Fachleuten" auf die Finger schauen könnt.

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Eine fachgerechte Bremseneinstellung beginnt mit der Nachstellung der Trommelbremsen. Erst danach kann es notwendig sein am Gestänge eine neue Grundeinstellung vorzunehmen.

Bei Neufahrzeugen haben sich nach den ersten ca.500km die Bremsbeläge eingeschliffen, die Seile gelängt und das Gestänge gesetzt, so daß eine komplette Trommelbremsen-Nachstellung und Gestänge-Grundeinstellung vorzunehmen ist.

Im weiteren Gebrauch müssen dann nur alle 3000km oder 1x jährlich die Trommelbremsen nachgestellt werden, da sie nicht selbstnachstellend sind.

Wichtig: Zuerst die Bremstrommeln bei leichtem Gestängespiel einstellen, erst danach bei ausgezogener Zugstange das Gestänge wenn notwendig nachstellen.

Hier gibt es ein PDF-Download (Anmeldung im Forum erforderlich) zum Ausdrucken:

http://www.anhaenger24.de/forum/showthread.php?p=4613#post4613

Das Gleiche frei zugänglich:

-Auflaufbremse Knorr Einstellen/ Nachstellen:

http://www.boeckmann.com/pferdeanhaenger_allgemein_66564.html

und

http://www.anhaengerhandel.de/bremseinstellung.html

???? BPW schreibt 1 Umdrehung zurück beim Einstellen. ???????

-Auflaufbremse Alko Einstellen/ Nachstellen:

Zitat: Ich habe grad von einem netten Menschen aus einem KFZ-Forum die ALKO-Einstellanleitung erhalten. Kurz zusammengefaßt: Es gibt an der Rückseite des Bremsankerbleches eine Öffnung. Hinter der Öffnung ist ein Zahnrad zu sehen. Neben der Öffnung ist ein Pfeil eingeprägt. Einstellen geht dann folgendermaßen: -Trailer hochbocken -Bremse vollständig lösen -Nachstellmutter (Zahnrad) unter ständigen Vorwärtsdrehen des Rades so weit in Pfeilrichtung drehen bis sich das Rad nicht mehr drehen läßt. Dann Nachstellmutter so weit lösen, daß sich Rad in Vorwärtsrichtung wieder frei dreht. (ca. 5 Zähne?)

Hier noch eine bebilderte Anleitung als PDF:

http://www.cobratrailer.com/Bremseinstellung_mit_Bildern_2008_1.pdf

Auflaufbremse Fehlerdiagnose:

http://www.anhaengerhandel.de/probleme.html

und

http://www.humer.com/content/fragen.htm

Weitere Hintergrundinformationen:

http://www.anhaenger24.de/forum/




Fehlerquellen.jpg



Entgegen allen Rufen "Am Gestänge wird nicht verstellt", habe ich in der Bedienungsanleitung eines Suleica Wohnwagens BJ 1965 eine Begründung dafür gefunden, warum nach korrekter Trommelbremseneinstellung doch eine neue Grundeinstellung am Gestänge erforderlich sein kann.

Hier hier zu lesen: Quelle: www.superleichtcaravan.de






Zitat:

(http://www.motor-talk.de/forum/auflaufweg-einstellen-t1431952.html)

"habe genau dieses Verhalten bei unserem ersten Wowa gehabt. Der TÜV-Prüfer beanstandete einen zu großen Leerweg, Bremsleistung war ausreichend vorhanden, die Bremsbeläge gerade 2 Jahre und vielleicht 5000km alt. Leider schlug die Auflaufeinrichtung im gleichen Augenblick durch in dem die Räder blockierten :( Zudem wurde erhöhtes Spiel in der Auflaufeinrichtung beanstandet. Allerdings erklärte mir der TÜV-Prüfer, das er kein Nachstellen am Gestänge akzeptieren würde, das wäre vielleicht für die feinjustage, aber bei bei Vollbremsung durchschlagender Auflaufeinrichtung sei der Verstellweg im Gestänge zu gering. Die Bremsen seien in der Trommel gleichmäßig nachuzstellen, alles andere sein Kinderkram (O-Ton).

Auf Nachfrage ob ein neuer Dämpfer nötig wäre hat er mich fast ausgelacht, ich solle die Auflaufeinrichtung mal ordentlich fetten und nicht geizig mit dem Fett sein.

Gesagt getan, Auflaufeinrichtung gefettet, bis es an allen Ecken herausquoll und die Bremsen (in den Trommeln) nachstellen lassen. Ergebnis? Kein Spiel in der Auflaufeinrichtung, kein Durchschlagen und traumhafte Bremswirkung! Seitdem verfahre ich vor jedem Anhänger TÜV so, das ich die Auflaufeinrichtung fette, einige Probebremsungen mache und wenn nötig die Bremse nachstelle. Seitdem keine Beanstandungen dieser Art mehr ;) Dämpfer mußte ich noch nie erneuern und das obwohl meine Anhänger alle zwischen 12 und 23 Jahren alt sind :D )


Wohnwagen-otto für ein Forum:

Was bei mir auffällig war: Die Schubstange der Deichsel hat insgesamt einen Auflauf-/ Einschubweg von 12 cm. In den ersten 8cm passierte garnichts am Bremsgestänge. Erst in den letzten 4cm wurde das Bremsgestänge überhaupt angezogen. Dadurch gab es immer einen richtigen Schlag beim Bremsen. Bremsen, Pause, Pause, Pause, Pause, Rumms.--->Der Dämpfer verzögert noch wie gewollt.

Abhilfe: Zunächst Trommelbremsen einstellen: Wohnwagen aufbocken Räder frei drehbar Bei gelöstem Gestänge mit der Sechskantschraube (auf der Rückseite der Bremsträgerplatte) zunächst die Bremsbeläge ganz an die Trommeln bringen danach wieder 0,5 bis 1 Umdrehung lösen, bis sich die Räder frei drehen lassen. War bei mir aber so völlig korrekt eingestellt.

(Wenn man zu wenig zurückstellt funktioniert die Rückfahrautomatik nicht.)

Mehr macht man normalerweise nicht.

Bei mir müssen sich nach der Werkseinstellung noch die Bremsseile gelängt haben daher der lange effektlose Einfahrweg. Deshalb habe ich entgegen der vielen Beteuerungen: "Am Gestänge wird nicht verstellt"- nach! der Bremseneinstellung doch verstellt.

Schubstange voll ausgezogen und dann mit dem Gestänge den Kipphebel bis ca.2-3 mm an die Schubstange herangeschraubt. Etwas Spiel muss sein, damit der Wohnwagen nicht gleich bremst wenn man mal den Fuß vom Gas nimmt.

Jetzt bewegt sich das Bremsgestänge ab 3 cm Einschubweg. Im Fahrbetrieb: Bremsen, kurze Pause, der Wohnwagen bremst wohldosiert mit. Der Auflaufdämpfer sorgt nun wieder dafür, daß die Bremswirkung langsam einsetzt und bei weiterem Auflaufen stärker wird.

Angenehmes Fahren. Rückfahrautomatik geht auch.

Als Schnelldiagnose : Bei gelöster Handbremse den Abstand zwischen Gestängeumlenkhebel und ganz ausgezogener Einschubstange ansehen. Waren bei mir mehrere cm jetzt mit 2-3 mm bremst der WW gut mit.

Reihenfolge beachten: Erst die Trommelbremsen einstellen und nur wenn unbedingt nötig am Gestänge schrauben. (Am besten garnicht, aber manchmal muss es eben sein.)

Den Schmiernippeln der Auflaufstange (und der Achse) sollte man ab und an ein paar Hub Fett zukommen lassen, damit die Stange frei beweglich ist.

Eigentlich ist es nichts anderes als das Handbremse-einstellen früher am PKW. Wenn man es sich nicht selber zutraut, kann man sich an eine Fachwerkstatt oder auch an einen Karosserie- und Fahrzeugbaubetrieb, der auch normale auflaufgebremste Nutzanhänger betreut.

Grüße aus Braunschweig wohnwagen-otto

Ergänzung Juni 2009

Habe kurz vor dem Sommerurlaub wieder eine größere Auflaufpause festgestellt.

Seit der ersten Einstellung war ich ca. 3000km gefahren.

Also vor dem Urlaub nochmal schnell die Bremsen einstellen:

Aufbocken

Trommelspiel einstellen (Gegenüber der alten Einstellung eine viertel Umdrehung Unterschied)

Neu ausprobiert habe ich die Prüfung der Rückfahrautomatik im aufgebockten Zustand mithilfe der leicht angezogener Handbremse (ein zwei Rasten):

In Vorwärtsrichtung volle Bremswirkung, in Rückwärtsrichtung merkt man das Zurückschwenken der Beläge, die Räder lassen sich gegen leichten Widerstand rückwärts dehen.

Abbocken

Der Aufwand hat sich gelohnt, bei der folgenden Urlaubsfahrt waren PKW und WW wesentlich straffer/ ohne Auflaufpause gekoppelt.

Also: jährlich die Schubstange abfetten und jährlich die Bremsen einstellen!


Schönes Forum für weitere Fragen zur Technik, Problemen und Ersatzteilbeschaffung: http://www.anhaenger24.de/forum

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