Auf bzw. Ablastung

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Was versteht man unter Auflastung?

Unter der Auflastung von Fahrzeugen versteht man eine Erhöhung des zulässigen Gesamtgewichts (neu: Gesamtmasse). Obwohl dieses grundsätzlich auch für Anhänger erfolgen kann, beschränke ich mich hier auf Aussagen zur Auflastung von Kraftfahrzeugen (speziell Wohnmobile).

Warum wird aufgelastet?

Kein mir bekannter Transporter ist bevorzugt für den Einsatz als Basisfahrzeug für Wohnmobile konstruiert worden.
Wohnmobile haben im Vergleich zu manch anderen Sonderaufbauten zwar eine mehr oder weniger gleichmäßig verteilte Last, diese allerdings auf konstant hohem Niveau.
Durch die Wahl eines tragfähigeren Basisfahrzeuges - soweit der Hersteller dieses überhaupt anbietet - lässt sich die Situation knapper Zuladungsreserven zwar entschärfen, nur ist diese meistens nicht ganz billig, zumal nützt diese Option beim fertigen Produkt wenig.
Neben diesen Gewichtsproblemen gibt es in Deutschland noch die Situation, dass Sonder-Kfz. "Wohnmobil"e ab 2801kg nach Gewicht besteuert werden, was bei den üblicherweise verwendeten Dieselmotoren eine erhebliche Ersparnis in der Kraftfahrzeugsteuer bringt (vgl. Information zur Kraftfahrzeugsteuer).

Wie wird aufgelastet?

Der erste Ansprechpartner sollte der Hersteller des Wohnmobils sein, der diese Prozedur in vielen Fällen bereits in der Serie vollzogen hat. In diesem Zusammenhang sollte man prüfen, ob das eigene Fahrzeug bereits aufgelastet wurde.
Erhält man dort nicht die gewünschten Auskünfte, oder ist die Auflastung nicht ausreichend, kann über den Hersteller des Basisfahrzeugs erfragt werden, unter welchen Umständen eine (weitere) Auflastung möglich sein kann.
In manchen Fällen reicht eine Freigabebescheinigung vom Hersteller, in anderen Fällen fordert dieser Umbauten z.B. an Radaufhängung, Federn und Dämpfern oder an den Bremsen sowie unter Umständen die Umrüstung auf tragfähigere Reifen.
Für den sehr verbreiteten Euro-Transporter von Fiat / Peugeot / Citroën beider Generationen hält der Zubehörmarkt ein breites Angebot am Umbausätzenbereit,
so z.B. von den Firmen:


Linnepe Metallverarbeitungs GmbH, Ennepetal
Goldschmitt Fahrzeugtechnik, Höpfingen
Kuhn Fahrzeugtechnik, Zeltingen-Rachtig
Raithel-Systeme, Vaihingen
SMV-Metall GmbH, Bohmte
Reimo GmbH, Egelsbach


In den o.g. Fällen erfolgt die Auflastung in den Regel über eine Zusatzblattfeder, optional über eine Luftfederung. Die teilweise fälligen Umbausätze für die Bremsen werden mitgeliefert.
Mit den entsprechenden Freigabebescheinigungen muss das Fahrzeug in Deutschland dann zur Abnahme zum TÜV / Dekra, die auch vielfach bereits über Unterlagen hinsichtlich der Auflastung der gängigsten Modelle verfügen.
Die Änderung der Papiere kostet für eine einfache Auflastung ohne Umbau etwa DM 70,00 zzgl. der Gebühren für einen neuen Kraftfahrzeugschein.

Gibt es Einschränkungen durch Auflastungen?

Soweit mit der Auflastung ein zul. Gesamtgewicht von 2800kg überschritten wird, ist in Deutschland u.a. das Parken auf Gehwegen nicht mehr zulässig. Bei der Überschreitung von 3500kg gelten neben den Tempolimits auch andere Fahrerlaubnisvorschriften.
Eine Erhöhung des zul. Gesamtgewichts geht manchmal zu Lasten der Anhängelast. Zum Teil wird diese direkt reduziert, zum Teil gibt der Fahrzeughersteller nur ein bestimmtes max. Zug-Gesamtgewicht vor, welches sich durch die Auflastung nicht erhöht. Bei Ausnutzung der max. Zuladung verringert sich die Anhängelast dementsprechend.

Was kann mir bei Überladung passieren?

Neben dem Sicherheitsaspekt ist eine Überladung in Deutschland mit gestaffelten Bußgeldern belegt.
Führerscheingefährdende Punkte im Flensburger Register gibt es derzeit zwar erst ab 20% Überladung (bei Fahrzeugen unter 7,5t zul.GG), Bußgelder allerdings bereits ab 5%.
Die Überladung bezieht sich sowohl auf eine Überschreitung des zul. Gesamtgewichts als auch der jeweiligen max. Achslasten.
Während das Bußgeld in Höhe von derzeit DM 20,00 für eine 5%ige Überladung die Reisekasse eher unwesentlich schmälert, kann die Aufforderung, das Fahrzeug entsprechend zu entladen, die Freude an der Weiterfahrt ein wenig verderben.
Der vermeintlich Trick, das Frischwasser abzulassen, hilft je nach Lage des Tanks bei einer zu hohen Einzelachslast nicht immer.

Wie kann ich ablasten?

Bestehen Beschränkungen hinsichtlich der Fahrerlaubnis (Gewichtsbeschränkungen 3,5 bzw. 7,5t) oder stört man sich an den jeweiligen Tempolimits für Fahrzeuge über 3,5t, so kann eine Ablastung sinnvoll sein.
Diese sind i.d.R. zulässig (bei VW z.B. ohne Einzelmaßnahmen bis 20%), bei chronisch Zuladungs-schwachen Wohnmobilen aber eher selten. Soweit nicht bereits TÜV / Dekra über entsprechende Unterlagen verfügen, bedarf es ebenfalls einer Herstellerfreigabe.
Unterschreitet das zul. Gesamtgewicht nach der Ablastung 3,5t, so sind andere Geräuschvorschriften zu beachten. Bei Änderung der Fahrzeugart, z.B. LKW -> Wohnmobil kann eine Ablastung ohne bauliche Veränderung unabhängig von der 20% Regel erfolgen. (TÜV Bayern, eigene Erfahrung 7.5 to -> 5.0 to (ca. 1985))

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